Dienstag, 25. August 2026 und ja, Sommer, Sonne, Sonnenschein, das ist jetzt vorbei! Bei strömendem Regen machen wir uns von Bachenbülach auf den Weg in den hohen Norden und der Regen hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht uns zu folgen. Nach einem langen Tag hinter dem Steuer, vorbei am dicht besiedelten Ruhrgebiet mit Städten wie Karlsruhe, Mannheim, Köln und Duisburg, erreichen wir kurz vor Einbruch der Dunkelheit endlich unser erstes Reiseziel, den Campingplatz am Tannenhausener Badesee, in Aurich. Müde fallen wir in die Betten und geniessen die erste Nacht in unserem Camper.
Den Mittwoch starten wir gemütlich mit einem Frühstück mit unseren lieben Freunden Tina, Louis und Frizzi. Nachdem wir uns die Bäuche mit Capuccino, Croissant und noch vielen weiteren Leckerein vollgeschlagen haben, fahren wir zum Neuharlingersiel, einer Gemeinde an der Nordsee die vor rund 330 Jahren auf Land das durch den Dammbau entstanden ist, gebaut wurde. Und für alle die noch etwas dazu lernen möchten: Ein Siel ist ein Durchgang im Damm der überschüssiges Wasser aus dem Binnenland, wie zum Beispiel Regenwasser ins Meer leitet. Bei Flut drückt das ansteigende Meerwasser die Tore von aussen zu, sodass kein Salzwasser ins Land strömt. Bei Ebbe öffnet der Druck des Binnenwassers die Tore wieder, und das Wasser kann abfliessen. Ok, mussten wir also auch zuerst googlen 🤓.
Und so viel neues zu lernen gibt natürlich auch hunger….



Und was es an der Nordsee neben gutem Essen auch fast immer gibt, ist Wind und den haben wir am Nachmittag dann ausgiebig zum kiten genutzt.
Den ersten Abend haben wir dann gemütlich am Badesee ausklingen lassen.
Mit der Besichtigung der Windkraftanlage hats leider nicht geklappt, dafür hat uns Udo eine mega tolle Werksbesichtigung bei Enercon organisiert. Wir durfen uns die Produktion der E175-EP 5 anschauen. Unglaublich faszinierend, so eine Windenergienanlage in der Herstellung zu sehen. Die Abmessungen und Gewichte sind einfach unglaublich. Wer hätte gedacht, dass so eine Gondel rund 80 Tonnen wiegt, dazu noch eine Nabe mit 50 Tonnen kommt und jedes einzelne Rotorblatt nochmal 20 Tonnen auf die Waage bringt. Da guckt man Windräder danach mit ganz anderen Augen an. Nur kurz zum Vergleich, das ist zusammen mehr als das Gewicht von drei ausgewachsenen Blauwalen, nur eben 100 Meter über dem Boden befestigt. Und mit einer Umdrehung generiert die Windkraftanlage so viel Strom, dass Nici ihr iphone für gut 3 Jahre laden kann. DANKE Udo für diesen mega spannenden Einblick in eure Arbeit! Hätten wir bei uns nur etwas mehr Wind, wir würden glatt eins in den Garten stellen.





Am Freitag war es dann schon Zeit, weiterzuziehen gen Norden. Aber natürlich nicht ohne Zwischenhalt bei einem weiteren grossen Arbeitgeber im hohen Norden: Airbus in Hamburg-Finkenwerder. Rund 16,000 Menschen bauen hier im 2-Schichtbetrieb pro Monat rund 50 Jets der A320-Familie zusammen. Und obwohl Airbus intensiv an einer Kapazitätserweiterung arbeitet, dauert es immer noch rund 8 Jahre bis der Order Backlog abgearbeitet ist. Dann würd ich mal sagen lieber heute bestellen als erst morgen ✈️.


Und während wir bei Airbus fleissig Wissen getankt haben, hat zu Hause der Hagel sein Bestes gegeben und unsere Solaranlage ordentlich zerzaust. Ein grosses Dankeschön an lieben Nachbarn und Freunde, die sich sofort um unser Haus gekümmert haben und uns mit Infos und Bildmaterial versorgt haben 🙏. Die Schadensmeldungen bei den Versicherungen sind in der Zwischenzeit erledigt und jetzt heisst es abwarten und Tee trinken bis der Schadeninspektor kommt, respektive für uns eben weiterhin den Urlaub geniessen.
Nach einem kurzen Zwischenstopp in Flensburg (wir wollten eigentlich mal nachsehen, ob wir dort ein paar Punkte auf dem Konto haben 😉 gefunden haben wir stattdessen «nur» einen mega schönen Campingplatz).
Dann ging’s schon weiter Richtung Dänemark, genauer nach Rønnede. Im Waldcamping „Camp Adventure“ stand unsere nächste Nacht an, aber vorher haben wir uns natürlich noch den wunderschönen Turm angeschaut, den Skovtårnet, quasi den Wolkenkratzer unter den Aussichtstürmen. 45 Meter hoch, geformt wie eine riesige Sanduhr, 600 Tonnen schwer und trotzdem total leicht anzusehen. Man schraubt sich über eine 650 Meter lange Rampe nach oben und steht am Ende auf 148 Metern über dem Meer. Bei gutem Wetter soll man anscheinend bis nach Malmö sehen, bei uns sah das aber eher so aus…








Den Abend haben wir dann mit einer gemütlichen Runde in der Sauna ausklingen lassen.
Und am Sonntag stand dann auch schon die Weiterfahrt nach Schweden an. Über die Öresundbrücke haben wir Malmö erreicht.

Bei massivstem Regen ging es dann weiter bis nach Halmstad. Und hier haben wir nun erstmal unsere Zelte, ähh, respektive unseren Camper aufgeschlagen und geniessen ein paar Tage am angeblich schönsten Strand Schwedens. Der Campingplatz ist schon fast in der Winterruhe, ausser ein paar hartgesottenen Radfahrern ist praktisch niemand mehr da. Aber uns soll’s recht sein, so haben wir den ganzen Platz quasi für uns. Wir geniessen die Zeit beim Kaffeetrinken am Meer, Radeln in den Regenpausen durch die Stadt und erledigen was es halt so zu tun gibt. 🚲☕















